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Mittwoch, 2. Dezember 2020
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Slow Food Deutschland e. V. zum "Fischmonat Oktober"
Fisch als eines der essentiellen Grundnahrungsmittel der Menschheit ger├Ąt weltweit zunehmend unter Druck. Deswegen erfolgte zum Beispiel k├╝rzlich eine massive K├╝rzung der Fangmengen f├╝r Dorsch durch die EU-Fischereiminister in der westlichen Ostsee um ├╝ber 50% sowie um 25% in der ├Âstlichen Ostsee, da die vorhandenen Best├Ąnde extrem unter Druck standen und dem Einbruch nahe waren. Au├čerdem wurde auch eine erstmalige Begrenzung der t├Ąglichen Fangmengen in der Freizeitfischerei eingef├╝hrt.

Gro├čfl├Ąchige Aquakulturen stellen allerdings aus der Sicht von Slow Food Deutschland e. V. keine Alternative dar, weil zum Beispiel Garnelenfarmen in S├╝dostasien sehr oft f├╝r die Zerst├Ârung der Mangrovenw├Ąlder mitverantwortlich sind und degenerierte Zuchtfische die genetische Basis der freilebenden Fischpopulationen nachhaltig beeintr├Ąchtigen k├Ânnen.

F├╝r Slow Food Deutschland e. V. liegt die Alternative deswegen in der bereits seit Jahrhunderten praktizierten Teichwirtschaft, in der z. B. Karpfen und Forellen nachhaltig produziert werden k├Ânnen. Allerdings steht diese traditionelle Form der Fischproduktion in Deutschland vor dem Aus: Hohe beh├Ârdliche Anforderungen einerseits und fehlende gesellschaftliche Anerkennung andererseits machen den Teichwirten das Leben schwer. Hinzu kommen steigende Verluste durch Kormorane.

Um auf die zunehmend schwierige Situation der Fischbest├Ąnde und der nicht-nachhaltigen Fischereimethoden aufmerksam zu machen hat die Slow-Food-Bewegung zusammen mit dem Terra-Madre-Netzwerk den Monat Oktober zum "Fischmonat" erkl├Ąrt, der durch entsprechende Aktionen begleitet wird. Diese Aktion soll vor allem die Slow Fish Kampagne sowie den Fish Dependence Day unterst├╝tzen, die bereits seit l├Ąngerem f├╝r nachhaltige Fischproduktion k├Ąmpft.

In diesem Kontext organisierte Slow Food Deutschland e. V. zum Beispiel am 18.10. in Bremen zusammen mit Brot f├╝r die Welt und anderen Partner das Kuttelgespr├Ąch: "Lust an Shrimps und Co?". Die Fachreferenten diskutierten ├╝ber Produktions- und Fangmethoden von Fisch und Meeresfr├╝chten und zeigten nachhaltige Alternativen auf.

Zu diesem Themenkomplex sagte Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, auf dem Event: "Es ist nicht akzeptabel, dass f├╝r nicht-nachhaltigen Fischkonsum wertvolle ├ľkosysteme zerst├Ârt werden, vor allem wenn es traditionelle Alternativen gibt, die zudem noch das Landschaftsbild seit Jahrhunderten bereichern. Hier fehlt es von Seiten der Politik vor allem an vernetztem Denken: JETZT m├╝ssen existierende Systeme gest├Ąrkt und nicht-nachhaltige Methoden beschr├Ąnkt werden, sonst droht das vermeintlich gesunde Nahrungsmittelfisch zu einem ├ľkosystem-Zerst├Ârer ersten Ranges zu werden".
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Eintrag vom: 23.10.2016  




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