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Dienstag, 27. Juni 2017
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Bad. Rebsortenkunde

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Reben am Freiburger Schloßberg Foto: © Daniel Jäger, September 2004

 

 

Die Burgunderfamilie


Blauer Spätburgunder
Blauer Spätburgunder ist die anspruchsvollste Rotweinsorte in Deutschland. Der Rotwein des Blauen Spätburgunders, den man auch als Aristokrat unter den Rotweinen bezeichnet, ist vollmundig, samtig, reich an Körper und Alkohol und zeigt eine rubinrote typische Burgunderfarbe. Als Badische Spezialität wird aus den Trauben des Blauen Spätburgunders auch der Spätburgunder Weißwein (Roséwein) gekeltert, der wie Weißherbst ohne Beerenhaut vergoren wird und dadurch seinen charakteristischen hellroten Farbton erhält. Der Spätburgunder Weißherbst zeigt herzhaft Glut und probiert sich vollmundig bei feiner, fruchtiger, eleganter Burgunderart. Als dritte Variante wird aus dem Blauen Spätburgunder - in Verbindung mit dem Grauburgunder (Ruländer) - Badisch Rotgold (Rotling) hergestellt. Im Geruch ist er stärker vom Ruländer geprägt, im Geschmack vereint sich die vollmundige, kräftige Art des Ruländers und die fruchtige, elegantere Art des Spätburgunders zu einem eigenen, einem besonderen Burgundertyp.

Ruländer (Grauburgunder)
Wie sein meist für trockene Weine verwendeter Zweitname zeigt, eine Rebsorte aus der Burgundergruppe. Er soll durch einen Speyerer Kaufmann namens Ruland nach Deutschland gebracht worden sein. Er liebt die Wärme und gibt sie im Wein wieder - gehaltvoll, vollmundig mit edler Blume, die beim reifen Ruländer einen feinen Honigton zeigt. Der Ruländer, tiefgolden im Glase, darf heute als badische Spezialität bezeichnet werden.

Weißburgunder
Er ist dem Ruländer und Spätburgunder eng verwandt. Solange die Trauben noch nicht gefärbt sind, lassen sich die drei Burgundersorten kaum voneinander unterscheiden. Der Weißburgunder wird auch als der Riesling der Burgunderfamilie bezeichnet. Er trinkt sich harmonisch, elegant mit dezenter Blume und eignet sich als trockene Variante hervorragend als Begleiter für ein gutes Essen.

 

Die Hauptweißweinsorten


Gutedel
Über die Herkunft des Gutedels gibt es zwei Versionen. Der einen zufolge soll er aus der Türkei nach Burgund und von dort nach Deutschland gelangt sein, die andere Version verlegt seine Heimat nach Ägypten, wo er noch heute in der Oase Fayum als Tafeltraube zu finden ist. Von dort läßt er sich mutmaßlich zurückverfolgen bis in das Jordantal, wie Funde bei Jericho aufzeigen sollen. Markgraf Karl Friedrich von Baden hat ihn 1780 vom Genfer See ins Markgräflerland gebracht, wo er heute noch als echte Deutsche Spezialität etwa 50 % des Rebsortenbestandes ausmacht und deshalb vielfach auch "Markgräfler" genannt wird. Der Gutedel ist ein leichter, ansprechender und sehr bekömmlicher Wein, der hauptsächlich trocken ausgebaut sowohl zum Essen als auch als Zechwein gesucht wird.

M√ľller-Thurgau
Die Rebsorte Müller-Thurgau wurde 1882 von dem berühmten Pflanzenphysiologen Prof. Dr. Müller aus dem Schweizer Thurgau gezüchtet, aus einer Kreuzung von Riesling und Silvaner, weshalb die Sorte bis zum Jahre 1974 in Baden auch als "Riesling x Silvaner" bezeichnet wurde. Der Wein zeigt ein dezentes Muskatbukett bei einer milden Säure und trinkt sich prickelnd frisch und gefällig. Ein Wein, der sich wegen seiner nicht beschwerenden Art zunehmender Beliebtheit erfreut.

Riesling
Riesling genießt als "König der Weißweine" Weltruf. Er wird in der badischen Ortenau auch "Klingelberger" genannt. Von allen unseren Sorten hat der Riesling die späteste Reife. Er kann deshalb nur in klimatisch erstklassigen Lagen gepflanzt werden. Der Riesling zeigt in Baden als Wein eine ausgeprägte, gebietstypische Art, rassige, fruchtige Säure, mit hochfeiner Blume. Ein vollendeter Riesling ist eine funkelnde, einzigartige Kostbarkeit.

Silvaner
Der Silvaner war bis vor einigen Jahren die in Deutschland am weitesten verbreitete Rebsorte. Er hat sich in Baden auf die für ihn geeigneten Standorte, vor allem am Kaiserstuhl, zurückgezogen. Feinfruchtige Weine mit leichter Säure und zartem Bukett.

Mittagstisch-in-Freiburg




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