Prolix-Gastrotipps - Freiburg
Sonntag, 17. Januar 2021
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Slow Food fordert Rettungsschirm f├╝r nachhaltige Gastronomienetzwerke
(c) Marion Hunger
 
Slow Food fordert Rettungsschirm f├╝r nachhaltige Gastronomienetzwerke
Eine Verl├Ąngerung des Teil-Lockdowns zeichnet sich ab und wird aller Voraussicht nach weiterhin auch die Gastronomie betreffen; eine der Branchen, die bislang mit am st├Ąrksten unter den Folgen der Corona-Pandemie leidet. So notwendig die Ma├čnahmen zur Eind├Ąmmung der Pandemie auch sind, so droht durch sie der Verlust eines gewichtigen Teils der Gastronomie und damit zentraler Kultur- und Begegnungsr├Ąume f├╝r Menschen in diesem Land. Slow Food fordert tragf├Ąhigere Hilfsprogramme f├╝r die Gastronom*innen und jene Netzwerke, die sich f├╝r eine zukunftsf├Ąhige Erzeugung unserer Lebensmittel stark machen.

Bereits seit Anfang November muss ein Gro├čteil der Gastronomie hierzulande erneut schlie├čen. F├╝r die meisten Betreiber*innen bedeutet das einen beinahe vollst├Ąndigen Verlust ihrer Einnahmen, der weder durch vor├╝bergehende Abhol- und Lieferservices noch durch die Hilfsprogramme in G├Ąnze aufgefangen wird. Sollte dieser Lockdown verl├Ąngert werden, wird es insbesondere f├╝r einige kleinere Betriebe existenzbedrohend.

Eine Umfrage unter den Mitgliedern des K├Âch*innen-Netzwerks von Slow Food, der Chef Alliance, zeigt deutlich: Die Lage ist angespannt; finanzielle Reserven sind aufgebraucht; neue Kredite m├╝ssen aufgenommen, laufende verl├Ąngert werden; Hygienekonzepte sind zunichte gemacht. Die Mitarbeitenden k├Ânnen selbst mit Kurzarbeitergeld ihren Lebensunterhalt kaum mehr bestreiten. Immer mehr Fachkr├Ąfte verlassen die Gastronomie. Hinzu kommt, dass lokale Wertsch├Âpfungsketten unterbrochen sind. Jens Witt, Leiter der Chef Alliance, warnt: ÔÇ×In unseren lokalen Netzwerken arbeiten wir sehr eng und vertrauensvoll mit unseren Partner*innen zusammen. Manche Erzeuger*innen sind so klein und spezialisiert, dass sie von einzelnen Gastronomiebetrieben abh├Ąngen. Die Schlie├čungen werden dadurch auch f├╝r sie unverschuldet zu einer Gefahr.ÔÇť Das wird in der bisherigen Debatte kaum ber├╝cksichtigt, obwohl die Pandemie gezeigt hat, wie wichtig funktionierende lokale Netzwerke f├╝r die Versorgungssicherheit sind.

Die ohnehin seit Beginn der Krise prek├Ąre finanzielle Situation von Gastronom*innen wird durch die Bemessungsgrundlage und b├╝rokratischen H├╝rden aktueller ├ťberbr├╝ckungshilfen sowie die fehlende Planungssicherheit erschwert. ÔÇ×W├Ąhrend wir die Hilfen erst seit wenigen Tagen beantragen k├Ânnen, sind unsere laufenden Kosten bereits abgebucht. Alle, die durch den Lockdown praktisch mit einem ÔÇÜBerufsverbotÔÇś belegt werden, m├╝ssten unb├╝rokratisch eine Grundsicherung erhalten. Hinzu kommt die fehlende Perspektive. Das Vertr├Âsten von Woche zu Woche ist fatal. Wenn wir w├╝ssten, dass es mindestens drei Monate dauert, k├Ânnten wir anders planen. So ist es ein 'Sterben' auf Raten f├╝r viele Kolleg*innen,ÔÇť f├╝rchtet Bernhard Wolf, von machtSINN im bayerischen Holzkirchen. Er ist einer von inzwischen 50 K├Âch*innen der Chef Alliance, die die Hilfsgelder f├╝r November selbstverst├Ąndlich begr├╝├čen. Diese aber sind ein Tropfen auf den hei├čen Stein, der teils laufende Kosten, nicht aber die verloren gegangenen Gewinne abdeckt. Letztere k├Ânnen zu keinem Zeitpunkt aufgeholt werden. Im Fall einer Fortf├╝hrung des Lockdowns fordert Slow Food eine kritische Pr├╝fung bestehender Ma├čnahmen in Hinblick auf die Gastronomie und mittel- und langfristiger Hilfen f├╝r die Betriebe und ihrer Netzwerke; beispielsweise:

ÔÇó Eine schnellere und unb├╝rokratische Abwicklung von Zahlungen sowie eine fairere Bemessungsgrundlage.
ÔÇó Ausgleich von betrieblichen Fixkosten und Erstattung eines Unternehmerlohns in angemessener H├Âhe.
ÔÇó Flexiblere L├Âsungen f├╝r die Besch├Ąftigung bestehender Mitarbeiter in anderen Aufgabengebieten.
ÔÇó Eine besondere Ber├╝cksichtigung klein- und mittelgro├čer Betriebe entlang der Wertsch├Âpfungskette, die von der Krise der Gastronomie unmittelbar getroffen sind.
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Eintrag vom: 25.11.2020  




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