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Sonntag, 22. April 2018
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Besucherbefragung Freiburger MĂŒnstermarkt
Marktbesucher vergeben die Note 1 bis 2

Neue Erkenntnisse ĂŒber soziodemographische Struktur, Motive und Zufriedenheit der Besucher

Im Auftrag der FWTM hat das Institut Emergent Actio KG eine Befragung der Passanten des Freiburger MĂŒnstermarkts durchgefĂŒhrt. Insgesamt wurden auf Deutsch und Englisch 622 Interviews am 20., 21. und 23. September 2017 von 08:30 bis 13:30 Uhr an den AusgĂ€ngen des MĂŒnsterplatzes durchgefĂŒhrt. Mit der Befragung zu Themen wie Angebotsspektrum, Besuchsgrund und Kaufverhalten, Soziodemographie der Passanten sowie Anregungen und VerbesserungsvorschlĂ€ge wurden erstmals Daten zur Situation des Freiburger MĂŒnstermarktes erhoben. Im Gesamturteil vergeben die Besucher dem MĂŒnstermarkt die Schulnote 1 bis 2.

„Die Ergebnisse der Passanten-Befragung zeigen uns auf, wie viele Besucher den Freiburger MĂŒnstermarkt besuchen, welche Zielgruppen der MĂŒnstermarkt anspricht, welche Produkte gefragt sind, aber auch welche Anregungen und WĂŒnsche die Besucher haben“, so Franziska Pankow, FWTM-Abteilungsleiterin Tourismus, Convention Bureau & Events, in deren ZustĂ€ndigkeit der MĂŒnstermarkt fĂ€llt. „So können der Marktveranstalter FWTM, aber auch die Beschicker, die Vermarktung und ihre Produkte zukĂŒnftig noch gezielter an den KundenwĂŒnschen ausrichten.“

Soziodemographie der MĂŒnsterplatz-Passanten
Mit 94 Prozent kommt die deutlich ĂŒberwiegende Zahl der Passanten auf dem Freiburger MĂŒnstermarkt aus Deutschland, gefolgt mit 2,41 Prozent von den Schweizer und 0,32 Prozent der Besucher stammen aus Frankreich. Innerhalb Deutschlands kommen 60 Prozent der Passanten aus Freiburg und rund ein Viertel der Befragten aus Baden-WĂŒrttemberg. Am stĂ€rksten vertreten waren die Stadtteile Wiehre (15,99 Prozent), Altstadt (12,93 Prozent), Herdern (12,59 Prozent) und StĂŒhlinger (7,48 Prozent).

Die am stĂ€rksten vertretene Altersgruppe ist die der 61-70-JĂ€hrigen, gefolgt von den Gruppen 51-60, 21-30 und 70+. Der Median der Altersgruppen lag bei allen drei Erhebungstagen bei 51-60 Jahren. Hinzuweisen ist darauf, dass BerufstĂ€tige auf dem Weg zur Arbeit seltener an der Befragung teilgenommen haben. TatsĂ€chlich ist die Altersverteilung auf dem MĂŒnsterplatz also etwas jĂŒnger.

Unter den befragten Passanten befanden sich mit 57,0 Prozent etwas mehr Frauen als MĂ€nner. Der Anteil liegt mit 62,5 Prozent noch etwas höher, wenn nur diejenigen betrachtet werden, die ausschließlich wegen des MĂŒnstermarkts vor Ort waren.

Motive fĂŒr den MĂŒnstermarkt-Besuch
Mit 62 Prozent war der grĂ¶ĂŸte Teil der Besucher zumindest auch wegen des MĂŒnster-Markts vor Ort. 38 Prozent der Passanten waren aus sonstigen GrĂŒnden wie bspw. Besichtigung von SehenswĂŒrdigkeiten, Arbeit in der Innenstadt oder Arztbesuch auf dem MĂŒnsterplatz anzutreffen. Soweit die Passanten wegen des MĂŒnstermarkts vor Ort waren, gaben 80 Prozent bei der Mehrfachauswahl die Erledigung von EinkĂ€ufen als Besuchsgrund an. Bei 42 Prozent der Passanten spielte auch das Genießen der Markt-AtmosphĂ€re eine Rolle.

Kaufverhalten
Knapp 60 Prozent der befragten Passanten haben Produkte auf dem Markt gekauft. 22 Prozent haben etwas vor Ort gegessen. 9,6 Prozent der Befragten haben dabei sowohl Produkte gekauft, als auch etwas gegessen. Das Ausgabeverhalten unterscheidet sich nach untersuchtem Markttag: Der Median lag Mittwoch und Donnerstag bei bis zu 5 Euro, am Samstag dagegen bei 5,01 bis 10 Euro. 45 Prozent der Befragten planten noch weitere EinkÀufe in der Stadt.

Über die HĂ€lfte der Befragten besucht den MĂŒnstermarkt mindestens einmal im Monat oder hĂ€ufiger. 35,7 Prozent besuchen den MĂŒnstermarkt mindestens einmal pro Woche.

Bedeutung und Zufriedenheit verschiedener Aspekte
Das Gesamturteil der Marktbesucher lautet sehr gut bis gut (Schulnotenskale: 1 entspricht sehr zufrieden, 6 entspricht unzufrieden). Hinsichtlich der Bedeutung der abgefragten Aspekte zeigt sich eine klare Hierarchie, bei der Wochenmarkt-typische Kriterien als die wichtigsten bewertet werden: Frische und Regionale Produkte werden fĂŒr die wichtigsten Aspekte bei einem Marktbesuch erachtet. Auch die AtmosphĂ€re, Saisonale Produkte und die Produktauswahl spielen eine wesentliche Rolle und werden von der Mehrheit der Befragten als sehr wichtig eingestuft.

Die Kriterien Angemessene Preise, Kommunikation und Kontakt mit den Erzeugern, Bioprodukte und Blumen erhalten am hĂ€ufigsten die Note 2 („wichtig“). Der Aspekt „Bratwurst“ erhĂ€lt bei der Bedeutung fĂŒr einen Marktbesuch sowohl in der Kategorie „unwichtig“ rund 21 Prozent als auch in der Kategorie „sehr wichtig“ 24 Prozent. Aspekte, wie weitere Imbissangebote und Kunsthandwerk, werden primĂ€r mit der Note 3 und damit als weniger wichtig (wenn auch nicht unwichtig) eingeschĂ€tzt.

Das Antwortverhalten bei diesen und weiteren Aspekten ermöglicht es, Zielgruppen zu beschreiben, die in sich homogen, zwischen einander aber möglichst unterschiedlich sind. Das Institut Emergent Actio KG definiert folgende Zielgruppen fĂŒr den Freiburger MĂŒnstermarkt:

1. „QualitĂ€ts-orientierte Marktbesucher“:
- ca. 20 Prozent der Besucher
- Schwerpunkt auf frischen, saisonalen und regionalen Produkten
- weniger preissensibel als andere Gruppen
- geringeres Interesse an Blumen und Kommunikation mit den Herstellern
- AtmosphÀre von geringerer Bedeutung
- kein Interesse an Bratwurst, Imbiss oder Kunsthandwerk

2. „KĂ€ufer gesunder, frischer Produkte mit Preist-/Leistungs-Orientierung“:
- ca. 20 Prozent der Besucher
- Schwerpunkt auf frischen, regionalen Produkte und großer Auswahl. Saisonale Produkte und Bio-Produkte sind ĂŒberdurchschnittlich wichtig. Ebenso Blumen als auch die Kommunikation mit den Erzeugern.
- Angemessene Preise sind deutlich wichtiger als in anderen Gruppen.
- Auch die Markt-AtmosphÀre wird als wichtig eingestuft.
- Das Interesse an Bratwurst oder sonstigen Imbissangeboten ist das Geringste von allen Gruppen.

3. „Event-orientierte KĂ€ufer gesunder, frischer Produkte“:
- ca. 30 Prozent der Besucher
- Die Gruppe verfolgt sehr Ă€hnliche Interessen, wie die vorgenannte Gruppe 2. Auch hier besteht primĂ€r eine Ausrichtung auf frische, regionale Produkte zum Kauf. Ein großer Unterschied besteht aber im Interesse an Bratwurst und Imbiss-Angeboten. WĂ€hrend das Interesse an Bratwurst in der vorgenannten Gruppe der MarktkĂ€ufer besonders gering ist, ist es in dieser Gruppe besonders hoch.
- Auch besteht ein ĂŒberdurchschnittliches Interesse an weiteren Imbiss-Angeboten.
- Die Markt-AtmosphÀre wird als extrem wichtig eingeschÀtzt.

- Blumen und Kunsthandwerk werden von dieser Gruppe auch fĂŒr ĂŒberdurchschnittlich wichtig gehalten.
- Angemessene Preise haben die höchste Bedeutung aller Zielgruppen.

4. „Imbiss-Orientierte“:
- ca. 30 Prozent der Besucher
- ĂŒberdurchschnittliche hohe Bedeutung von Bratwurst und weiteren Imbissangeboten.
- Geringere Bedeutung regionaler Produkte und saisonalen Produkten, als bei anderen Besuchern.
- Kein Interesse an Kunsthandwerk oder Bio-Produkten.

GewĂŒnschte Angebote
Bei der Frage nach weiteren, gewĂŒnschten Angeboten war unter den 622 befragten Personen keine große Beteiligung. Mit 15 Nennungen wurden mehr Bio-Produkte gewĂŒnscht. Speziell wurden auch mehr Imbiss-StĂ€nde mit vegetarischen oder veganen Angeboten genannt. Bei allgemeinen Aspekten wurden schließlich noch mehr Sitzgelegenheiten gewĂŒnscht.
 
Eintrag vom: 25.01.2018  




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