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Mittwoch, 2. Dezember 2020
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Verschiedenes

Slow Food fordert Rettungsschirm fĂŒr nachhaltige Gastronomienetzwerke
(c) Marion Hunger
 
Slow Food fordert Rettungsschirm fĂŒr nachhaltige Gastronomienetzwerke
Eine VerlĂ€ngerung des Teil-Lockdowns zeichnet sich ab und wird aller Voraussicht nach weiterhin auch die Gastronomie betreffen; eine der Branchen, die bislang mit am stĂ€rksten unter den Folgen der Corona-Pandemie leidet. So notwendig die Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Pandemie auch sind, so droht durch sie der Verlust eines gewichtigen Teils der Gastronomie und damit zentraler Kultur- und BegegnungsrĂ€ume fĂŒr Menschen in diesem Land. Slow Food fordert tragfĂ€higere Hilfsprogramme fĂŒr die Gastronom*innen und jene Netzwerke, die sich fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige Erzeugung unserer Lebensmittel stark machen.

Bereits seit Anfang November muss ein Großteil der Gastronomie hierzulande erneut schließen. FĂŒr die meisten Betreiber*innen bedeutet das einen beinahe vollstĂ€ndigen Verlust ihrer Einnahmen, der weder durch vorĂŒbergehende Abhol- und Lieferservices noch durch die Hilfsprogramme in GĂ€nze aufgefangen wird. Sollte dieser Lockdown verlĂ€ngert werden, wird es insbesondere fĂŒr einige kleinere Betriebe existenzbedrohend.

Eine Umfrage unter den Mitgliedern des Köch*innen-Netzwerks von Slow Food, der Chef Alliance, zeigt deutlich: Die Lage ist angespannt; finanzielle Reserven sind aufgebraucht; neue Kredite mĂŒssen aufgenommen, laufende verlĂ€ngert werden; Hygienekonzepte sind zunichte gemacht. Die Mitarbeitenden können selbst mit Kurzarbeitergeld ihren Lebensunterhalt kaum mehr bestreiten. Immer mehr FachkrĂ€fte verlassen die Gastronomie. Hinzu kommt, dass lokale Wertschöpfungsketten unterbrochen sind. Jens Witt, Leiter der Chef Alliance, warnt: „In unseren lokalen Netzwerken arbeiten wir sehr eng und vertrauensvoll mit unseren Partner*innen zusammen. Manche Erzeuger*innen sind so klein und spezialisiert, dass sie von einzelnen Gastronomiebetrieben abhĂ€ngen. Die Schließungen werden dadurch auch fĂŒr sie unverschuldet zu einer Gefahr.“ Das wird in der bisherigen Debatte kaum berĂŒcksichtigt, obwohl die Pandemie gezeigt hat, wie wichtig funktionierende lokale Netzwerke fĂŒr die Versorgungssicherheit sind.

Die ohnehin seit Beginn der Krise prekĂ€re finanzielle Situation von Gastronom*innen wird durch die Bemessungsgrundlage und bĂŒrokratischen HĂŒrden aktueller ÜberbrĂŒckungshilfen sowie die fehlende Planungssicherheit erschwert. „WĂ€hrend wir die Hilfen erst seit wenigen Tagen beantragen können, sind unsere laufenden Kosten bereits abgebucht. Alle, die durch den Lockdown praktisch mit einem ‚Berufsverbot‘ belegt werden, mĂŒssten unbĂŒrokratisch eine Grundsicherung erhalten. Hinzu kommt die fehlende Perspektive. Das Vertrösten von Woche zu Woche ist fatal. Wenn wir wĂŒssten, dass es mindestens drei Monate dauert, könnten wir anders planen. So ist es ein 'Sterben' auf Raten fĂŒr viele Kolleg*innen,“ fĂŒrchtet Bernhard Wolf, von machtSINN im bayerischen Holzkirchen. Er ist einer von inzwischen 50 Köch*innen der Chef Alliance, die die Hilfsgelder fĂŒr November selbstverstĂ€ndlich begrĂŒĂŸen. Diese aber sind ein Tropfen auf den heißen Stein, der teils laufende Kosten, nicht aber die verloren gegangenen Gewinne abdeckt. Letztere können zu keinem Zeitpunkt aufgeholt werden. Im Fall einer FortfĂŒhrung des Lockdowns fordert Slow Food eine kritische PrĂŒfung bestehender Maßnahmen in Hinblick auf die Gastronomie und mittel- und langfristiger Hilfen fĂŒr die Betriebe und ihrer Netzwerke; beispielsweise:

‱ Eine schnellere und unbĂŒrokratische Abwicklung von Zahlungen sowie eine fairere Bemessungsgrundlage.
‱ Ausgleich von betrieblichen Fixkosten und Erstattung eines Unternehmerlohns in angemessener Höhe.
‱ Flexiblere Lösungen fĂŒr die BeschĂ€ftigung bestehender Mitarbeiter in anderen Aufgabengebieten.
‱ Eine besondere BerĂŒcksichtigung klein- und mittelgroßer Betriebe entlang der Wertschöpfungskette, die von der Krise der Gastronomie unmittelbar getroffen sind.
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Limitierte Brauwerk-Edition „FĂŒrstenberg BrĂ€u Imperial“
(c) FĂŒrstenberg Brauerei
 
Limitierte Brauwerk-Edition „FĂŒrstenberg BrĂ€u Imperial“
Eine besondere BierspezialitĂ€t anlĂ€sslich „125 Jahre FĂŒrstenberg Pilsener“

Donaueschingen, November 2020. Weihnachten rĂŒckt nĂ€her. Zeit fĂŒr eine neue, limitierte SpezialitĂ€t aus dem FĂŒrstenberg Brauwerk. Dieses Mal legen die Experten der Donaueschinger Brauerei mit „FĂŒrstenberg BrĂ€u Imperial“ fĂŒr Liebhaber ein untergĂ€riges Starkbier in einer 0,75l-Flasche auf den Gabentisch. Ein ideales Weihnachtsgeschenk nicht nur fĂŒr kalte Tage. Mit dem Namen „Imperial“ erinnert die Brauwerk-Kreation an Biere, die erstmals im 19. Jahrhundert in England stĂ€rker eingebraut wurden als andere Sorten, um sie haltbar fĂŒr die lange Seereise zu den damaligen Kolonien zu machen.

AnlĂ€sslich des 125. Geburtstages des FĂŒrstenberg Pilsener möchte Braumeister Michael Ringlstetter einen bierigen Beitrag leisten und interpretiert sein Imperial „in Form eines Pilseners mit krĂ€ftigem Körper und ausgewogener Hopfennote“. Das bedeute „Genießen mit allen Sinnen“, macht der Braumeister Lust auf die SpezialitĂ€t mit der goldgelben Farbe, die von schneeweißem Schaum gekrönt wird. Leichte Pfirsich- und Birnenaromen sowie die dazu passende Hopfenbittere begleiten den vollmundigen Geschmack, der „moussierend im Abgang ist“.

„FĂŒrstenberg BrĂ€u Imperial“ hat einen Alkoholgehalt von 8,1 % vol und passt wundervoll zu scharfer asiatischer KĂŒche, aromatischen Wildgerichten oder auch sĂŒĂŸen Nachspeisen wie Tiramisu oder Schokoladeneis.

ErhĂ€ltlich ist die neue BierspezialitĂ€t in der Boutique der FĂŒrstenberg Brauerei in Donaueschingen (ab KW 48 von Mittwoch bis Freitag jeweils von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr geöffnet), im Online-Shop www.fuerstenberg.de/shop sowie bei ausgewĂ€hlten Partnern.
 
 

30-jÀhriges BetriebsjubilÀum bei Kaisers Gute Backstube
(Quelle: Kaisers Gute Backstube)
 
30-jÀhriges BetriebsjubilÀum bei Kaisers Gute Backstube
Gut gelaunt, zuverlĂ€ssig, engagiert: Kaisers Gute Backstube in Ehrenkirchen freut sich ĂŒber 30 Jahre Zusammenarbeit mit Konditormeister Michael Mergenthaler

Ehrenkirchen, 12. Nov. 2020. Als er bei Kaisers Gute Backstube eingestellt wurde, war der Mauerfall noch eine Neuigkeit, in SĂŒdafrika wurde FreiheitskĂ€mpfer Nelson Mandela aus dem GefĂ€ngnis entlassen und Weltmeister Toni Kroos erblickte in Greifswald das Licht der Welt. Im Radio lief „Ice Ice Baby“, und im Kino bezauberte Julia Roberts als „Pretty Woman“ ihren Co-Star Richard Gere. Ja, 1990 war ein guter Jahrgang. Und Michael Mergenthaler ist einer der GrĂŒnde dafĂŒr, dass das so ist.

Denn seit 1990 ist er schon bei Kaisers Gute Backstube beschĂ€ftigt. Damals noch in Schallstadt im Gewerbegebiet unter der GeschĂ€ftsfĂŒhrung von Waltraud und Wolfgang Kaiser. Heute am hochmodernen BĂ€ckereistandort in Ehrenkirchen, der von Birgit Kaiser und Gottfried Faller gefĂŒhrt wird. Immer aber „gut gelaunt, zuverlĂ€ssig und engagiert“, so Birgit Kaiser. „Einen solch treuen und qualitĂ€tsbewussten Mitarbeiter findet man nicht alle Tage, und wir sind froh und dankbar, dass wir Herrn Mergenthaler nun schon seit drei Jahrzehnten im Team dabei haben!“ Sie hoffe sehr, so Kaiser weiter, dass den 30 Jahren noch viele weitere folgen werden. FĂŒr den Firmenjubilar ist das mehr als vorstellbar: „Ich bin gern bei Kaisers Gute Backstube beschĂ€ftigt: Hier ist meine KreativitĂ€t als Konditor immer wieder gefordert. Hier stimmt aber auch das Betriebsklima, und ich bin froh, Teil eines Teams zu sein, das Zusammenhalt und KollegialitĂ€t jeden Tag aufs Neue lebt!“

Wie aber feiert man ein solches FirmenjubilĂ€um gebĂŒhrend in Corona-Zeiten und im vorweihnachtlichen Dauerstress, der zum Leben einer BĂ€ckerei eben auch dazugehört? Mit Abstand und mit Maske natĂŒrlich. Und mit einem ordentlich gefĂŒllten, großen Geschenkkorb. Denn, so Konditoreileiter Adrian Jeschall, „ohne dich, lieber Michel, wĂŒrde hier in der Konditorei ein großer, wichtiger Teil fehlen. Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich!“

Über „Kaisers Gute Backstube“

Die „Kaisers Gute Backstube“ GmbH ist seit dem Jahr 1948 in Familienbesitz und versteht sich als in der Region verwurzelte QualitĂ€tsbĂ€ckerei. Mit 43 Filialen und ĂŒber 450 Mitarbeitern gehört „Kaisers Gute Backstube“ zu den fĂŒhrenden BĂ€ckereien in SĂŒdbaden. Das Filialkonzept beruht auf drei SĂ€ulen: BĂ€ckereifachgeschĂ€fte mit Kaffeebar, BĂ€ckereifachgeschĂ€fte mit ThemencafĂ© sowie BĂ€ckereifachgeschĂ€fte mit CafĂ© und Restaurant wie „der kaiser“ am Hauptsitz in Ehrenkirchen und „die kaiserin“ auf dem Freiburger GĂŒterbahnareal. Seit dem Sommer 2016 gehört auch das historische ÂŽGasthaus Krone` in Ehrenkirchen zum Familienbetrieb der Kaisers.

zum Bild oben, v.l.n.r.:
Birgit Kaiser und Gottfried Faller (GeschĂ€ftsfĂŒhrung Kaisers Gute Backstube), Betriebsjubiliar Michael Mergenthaler, Wolfgang und Waltraud Kaiser (GeschĂ€ftsfĂŒhrung Kaisers Gute Backstube) / (Quelle: Kaisers Gute Backstube)
 
 

VON WEIN DURCHDRUNGEN
Baden-Baden (c) TMBW Achim Mende
 
VON WEIN DURCHDRUNGEN
Neues Siegel wĂŒrdigt Orte, die Weintradition erlebbar machen

STUTTGART, 21.10.2020 – Baden-WĂŒrttembergs Weinkultur nimmt einen hohen Stellenwert innerhalb der touristischen Landschaft ein. Das Siegel „WeinsĂŒden Weinorte“ prĂ€miert nun erstmals StĂ€dte und Gemeinden, die auf eine lange Geschichte des Weinbaus zurĂŒckblicken und ĂŒber die Jahre ein breites weintouristisches Angebot entwickelt haben. Bei 53 Bewerbern sah die Tourismus Marketing GmbH Baden-WĂŒrttemberg (TMBW) ihre Kriterien erfĂŒllt. Diese Orte bilden seit diesem Herbst den Kreis der ersten PreistrĂ€ger des neuen GĂŒtesiegels.

„Die ‚WeinsĂŒden Weinorte‘ sind unsere neuen AushĂ€ngeschilder des Weintourismus in Baden-WĂŒrttemberg. In vorbildlicher Weise pflegen sie ihre traditionelle Beziehung zum Weinbau und machen dieses kulturelle Erbe sowohl fĂŒr Einheimische als auch Urlauber erlebbar“, sagt TMBW-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Andreas Braun. „Insbesondere freuen wir uns, dass die Weinorte vom Dorf bis zur Großstadt so vielfĂ€ltig sind. Das zeigt, welch zentrale Rolle Wein und Weintourismus in Baden-WĂŒrttemberg spielen.“

Von den 53 PreistrĂ€gern liegen 23 Orte in Baden, 29 gehören zum Anbaugebiet WĂŒrttemberg. Mit der 11.000-Einwohner-Gemeinde Oberderdingen ist zudem ein „GrenzgĂ€nger“ unter den Geehrten: Der Weinbauort zwischen Karlsruhe und Heilbronn liegt exakt an der weinbaulichen Grenze zwischen Baden und WĂŒrttemberg. Die Oberderdinger Winzer bewirtschaften daher Weinberge in beiden Weinregionen.

Die Landeshauptstadt Stuttgart, deren Weinberge bis ans Zentrum heranreichen, ist der grĂ¶ĂŸte „WeinsĂŒden Weinort“ und neben Heilbronn, der Ă€ltesten Weinstadt WĂŒrttembergs, die einzige Großstadt, die die Auszeichnung trĂ€gt. Markelsheim gehört mit seinen 2.000 Einwohnern zum Stadtgebiet Bad Mergentheims und ist der kleinste gewĂŒrdigte Ort. Die zahlreichen Familienbetriebe widmen sich hier seit Jahrhunderten dem Weinbau und bilden die drittĂ€lteste WeingĂ€rtnergenossenschaft WĂŒrttembergs.

Alle „WeinsĂŒden Weinorte“ erfĂŒllen die von der TMBW und Vertretern der Weinbranche erarbeiteten Mindestanforderungen. Die Gemeinden eint, dass zwei oder mehr Weinbaubetriebe ansĂ€ssig sind, deren Erzeugnisse zudem vor Ort in Gastronomie und Handel erhĂ€ltlich sind. In Form von Weinwanderwegen oder Weinstraßen ist eine zentrale touristische Infrastruktur vorhanden. Strauß- bzw. Besenwirtschaften sowie regelmĂ€ĂŸig veranstaltete Weinfeste geben eine lebendige Weinkultur zu erkennen. Nicht zuletzt haben die Weinorte einen eigenen Onlineauftritt, der ihren Weinbezug klar herausarbeitet und Urlauber somit auf das touristische Angebot aufmerksam macht.

DarĂŒber hinaus machen die ausgezeichneten Orte ihre Angebote rund um den Wein auf vielfĂ€ltige Weise erlebbar. Überzeugen konnte beispielsweise, wer sein weintouristisches Angebot so gestaltet, dass es in Form von (Mehr-)Tagesprogrammen gebucht werden kann. Viele Orte sind zudem in Programme von WeinerlebnisfĂŒhrern eingebunden oder können Betriebe mit Auszeichnungen wie „WeinsĂŒden Vinothek“ oder „WeinsĂŒden Hotel“ vorweisen.

Nachdem zu Jahresbeginn bereits das Siegel „Wein und Architektur“ eingefĂŒhrt wurde, erweitert das Urlaubsland Baden-WĂŒrttemberg seine Produktmarke „WeinsĂŒden“ mit der erstmaligen Ehrung der Weinorte einmal mehr. Die 53 PreistrĂ€ger rĂŒcken nun in den Fokus der Produktmarke und werden stĂ€rker in zukĂŒnftige MarketingaktivitĂ€ten einbezogen.
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Corona-Shutdown - BeschrĂ€nkungen fĂŒr Gastronomie verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gestalten
Gastronomie (c) Marion Hunger
 
Corona-Shutdown - BeschrĂ€nkungen fĂŒr Gastronomie verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gestalten
Die Gastronomie gehörte bereits bislang zu den Branchen, die am stĂ€rksten unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden. Jetzt muss ein Großteil der Betriebe erneut schließen. FĂŒr Slow Food steht außer Frage, dass Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Pandemie getroffen werden. Der Verein kritisiert jedoch, dass die gestrigen Entscheidungen flĂ€chendeckend zulasten der Gastronomie gehen und fordert zudem: Die AusfallprĂ€mie muss schnell und unbĂŒrokratisch fĂŒr alle betroffenen Betriebe bereitgestellt und auch fĂŒr ihre Lieferant*innen mitbedacht werden. Im Fall einer anhaltend schwierigen Lage am Ende des vorĂŒbergehenden Shutdowns mĂŒssen die einschneidenden Maßnahmen gegenĂŒber der Gastronomie ĂŒberprĂŒft werden.

Mehrere Wochen blieb im FrĂŒhjahr 2020 die Gastronomie geschlossen. Im Mai öffneten die meisten Restaurants wieder fĂŒr ihre GĂ€ste. Doch blieben NormalitĂ€t sowie eine spĂŒrbar wirtschaftliche Entspannung aus; der Verdienstausfall war grĂ¶ĂŸtenteils nicht aufzuholen. Zugleich betrieben die meisten Gastronom*innen einen erheblichen Aufwand, um die Vorschriften fĂŒr Hygiene und Abstand einzuhalten. Ihr Ziel: Das eigene Personal und die GĂ€ste zu schĂŒtzen und ihr wirtschaftliches Überleben zu sichern. In dieser ohnehin prekĂ€ren Lage treffen die erneuten Corona-BeschrĂ€nkungen fĂŒr den Monat November, die Bund und LĂ€nder gestern beschlossen, die Gastronomie besonders hart. Als finanzielle Kompensation erhalten sie bis zu 75 Prozent der UmsĂ€tze, die sie gegenĂŒber dem Vorjahr (November 2019) erzielt haben.

FĂŒr Slow Food Deutschland steht außer Frage, dass politische Entscheidungen zur EindĂ€mmung der Pandemie getroffen werden mĂŒssen, verbunden mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einschnitten. Doch blickt der Verein sorgenvoll auf den jĂŒngsten Beschluss, Betriebe auf null herunterzufahren. „Wir mĂŒssen als Gesellschaft an einem Strang ziehen und da ist auch die Gastronomie gefordert. Deswegen haben sich die meisten Gastronom*innen in Deutschland seit Ausbruch der Krise flexibel und kooperativ gezeigt. Vielerorts entwickelten sie funktionierende Hygienekonzepte, um sicherzustellen, dass Restaurants und CafĂ©s nicht zu ‚Corona-Hotspots‘ mutierten. Die erneuten Maßnahmen gehen nun zu ihren Lasten und zwar genau in den Wochen, in denen normalerweise das WeihnachtsgeschĂ€ft anlĂ€uft. Es droht ein gewichtiger Teil der Gastronomie und unserer kulturell-kulinarischen Zukunft wegzubrechen. Wir brauchen wirksame Lösungen, dies zu verhindern“, erklĂ€rt Jens Witt, Leiter der Chef Alliance bei Slow Food Deutschland. Unbeachtet in der bisherigen Diskussion blieben außerdem die Lieferant*innen der Restaurants. Auch sie sind unmittelbar von den Schließungen betroffen.

Slow Food fordert von der Politik, dass die versprochene finanzielle UnterstĂŒtzung schnell und unbĂŒrokratisch fließt; dass ihre Höhe fĂŒr einzelne Betriebe, die schon jetzt vor dem wirtschaftlichen Aus stehen, aufgestockt wird. Sollte die schwierige Lage auch nach November anhalten, sollten die Maßnahmen ĂŒberprĂŒft statt blindlings verlĂ€ngert werden. Slow Food fĂŒrchtet, dass die Situation besonders die kleinen, zukunftsfĂ€hig arbeitenden Gastronom*innen trifft, von denen viele Teil des Slow-Food-Netzwerkes sind, wie die der Chef Alliance und des GenussfĂŒhrers. Denen gebĂŒhrt ein besonderer Schutz: Wirt*innen und Köch*innen, die sich fĂŒr regionale und ökologische Landwirtschaft und Wertschöpfung verantwortlich zeigen. An Verbraucher*innen appelliert Slow Food, gerade im November so weit wie möglich die zur VerfĂŒgung stehenden Angebote der Gastronomie zu nutzen, um sie zu unterstĂŒtzen.
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Rotkohl: TiefkĂŒhl schlĂ€gt Glas
Test Rotkohl (c) Stiftung Warentest
 
Rotkohl: TiefkĂŒhl schlĂ€gt Glas
Fast die HĂ€lfte der ï»ż27 Rotkohl-Fertigprodukte im Test schneiden gut ab. Andere aber machen weniger Appetit, weil sie ĂŒberwiegend nach Essig schmecken. PestizidrĂŒckstĂ€nde, Nitrat oder Keime waren bei keinem Produkt ein Problem. Die Stiftung Warentest hat fĂŒr die November-Ausgabe ihrer Zeitschrift test das beliebte WintergemĂŒse geprĂŒft, 11-mal Rotkohl und 16-mal Apfelrotkohl. Darunter waren Produkte aus dem Glas oder dem Beutel und Packungen aus der TiefkĂŒhltruhe.

Klassischer Rotkohl aus dem Glas oder Beutel ist selten ein kulinarisches Highlight. Jeder zweite schmeckte dominant nach Essig. Am schlechtesten bewerteten die Tester aber einen Apfelrotkohl von Penny. Er war braunstichig, schmeckte erdig-dumpf, dominant nach Essig und leicht strohig. Dabei trĂ€gt er „Delikatess“ im Namen. Mit exquisiter QualitĂ€t hat diese Auslobung generell wenig zu tun., vielmehr mit dem Zusatz von Zucker und Sirup.

An drei tiefgekĂŒhlte Apfelrotkohle vergaben die Tester dagegen Bestnoten im Geschmack. Insgesamt erreichten 5 von 6 tiefgekĂŒhlten Apfelrotkohlen die Gesamtnote Gut. TiefkĂŒhlware wird schonend gekocht. Das sorgt fĂŒr einen intensiven Geschmack und einen vergleichsweisen hohen Vitamin C-Gehalt. Die Tester wiesen bis zu 22 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm nach. Eine typische 150-Gramm Portion eines vitaminreichen Kohls deckt somit knapp ein Drittel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Rotkohl aus dem Glas hat weniger Vitamin C, der aus Standbeuteln oft fast null.

Der Test Rotkohl findet sich in der ï»żNovember-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter ï»żwww.test.de/rotkohl abrufbar.
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Buchtipp: Natalie Lumpp
 
Buchtipp: Natalie Lumpp "Weinland Baden-WĂŒrttemberg"
Die Regionen Baden und WĂŒrttemberg gehören zu den fĂŒnf grĂ¶ĂŸten Weinanbaugebieten Deutschlands. Vom Gutedel im MarkgrĂ€flerland ĂŒber den SpĂ€tburgunder am Kaiserstuhl und den Lemberger in WĂŒrttemberg bis hin zum MĂŒller-Thurgau vom Bodensee: Das LĂ€ndle hat eine jahrhundertealte regionale Weinbaukultur zu bieten, die zum Entdecken und Genießen einlĂ€dt.

Natalie Lumpp, gebĂŒrtige Freiburgerin und Deutschlands bekannteste SommeliĂšre, kennt sich mit den edlen Tropfen bestens aus und verrĂ€t, warum Weine aus Baden und WĂŒrttemberg besondere Kostbarkeiten sind. In ihrem Buch vereint sie ganz persönliche Tipps zu Weinkauf, Weinlagerung und Weingenuss mit unterhaltsamen Geschichten rund um die Themen Wein und Gastfreundschaft zu einer anregenden „fröhlichen Wissenschaft“. Ein praktischer und erfrischend zu lesender Ratgeber fĂŒr Weinliebhaber*innen – nicht nur aus der Region!

Natalie Lumpp, bekannt aus Fernsehen und Presse, ist nach einer Karriere als SommeliĂšre in der deutschen Spitzengastronomie heute als freiberufliche Weinberaterin und Weinkolumnistin tĂ€tig. Im Jahr 2000 grĂŒndete sie ihr eigenes Unternehmen „Wein erleben!“, mit dem sie Weinseminare und Reisen organisiert. Seit 2017 ist sie auch Weintesterin fĂŒr den Gault&Millau.

Belser Verlag 2020, 160 Seiten, € 20,00 (D), 20,60 (A) / SFr 26,90
ISBN 978-3-7630-2854-2
 
 

Tag des Deutschen Butterbrots: Lebensmittelhandwerk bewahren
Butterbrot (c) creative commons
 
Tag des Deutschen Butterbrots: Lebensmittelhandwerk bewahren
Am letzten Freitag im September wĂŒrdigen die Verbraucher*innen in Deutschland ihre geliebte Stulle. Es ist der Tag des Deutschen Butterbrots, welches hierzulande ganz verschiedene Formen und Bezeichnungen hat. Aus Sicht von Slow Food verdanken wir die ‚gute‘ Stulle dem Lebensmittelhandwerk, fĂŒr dessen Erhalt der Verein sich bundesweit einsetzt. Denn dem Handwerk verdanken wir nicht nur unseren Genuss; als HĂŒter*innen der biologischen, kulturellen und kulinarischen Vielfalt tragen Lebensmittelhandwerker*innen auch entscheidend zur regionalen Versorgungssicherheit, LebensmittelwertschĂ€tzung und ErnĂ€hrungswende bei.

Obwohl Brot in Deutschland zu den beliebtesten Grundnahrungsmitteln zĂ€hlt, droht den Verbraucher*innen gerade hier der Verlust von Vielfalt. Dazu trĂ€gt der Strukturwandel im Lebensmittelhandwerk bei, infolgedessen immer mehr Betriebe schließen. Handwerkliches Wissen und regionale Strukturen der Lebensmittelversorgung gehen verloren. TraditionsbĂ€ckereien werden durch Backshops, Discounter-Backstuben und Supermarktregale mit abgepacktem Industriebrot ersetzt. Aufbackware wird als ‚Handwerk‘ verkauft obwohl es keines ist. Ähnlich kritisch sieht es mit ‚guter‘ Butter aus. Sie entsteht mithilfe handwerklich arbeitender Molkereien und BĂ€uer*innen, die ihre KĂŒhe wesensgemĂ€ĂŸ halten, statt durch industrielle Schnellverfahren.

Slow Food möchte Verbraucher*innen fĂŒr ‚echtes‘ Handwerk begeistern und zeigen, was gutes Brot und gute Butter ausmachen, welches Wissen und welche Verfahren es dafĂŒr braucht. Die Frage nach dem Ursprung ist dabei entscheidend. Denn Rohstoffe sowie Verarbeitung und Vertrieb wirken sich auf Geschmack und Genuss, auf Umwelt und Klima gleichermaßen aus. Ein Brot beispielsweise braucht aus Sicht von Slow Food nur wenige, aber hochwertige Zutaten – angefangen beim verwendeten Getreide ĂŒber NĂŒsse bis hin zu Ölen. Eine ausreichende LĂ€nge der TeigfĂŒhrung trĂ€gt maßgeblich zur Bekömmlichkeit bei. Und diese Auswahl von Zutaten und Verfahren erfordert vor allem den Menschen und sein Wissen statt standardisierte Maschinen.

Das Wissen um ‚gute‘ Erzeugnisse erwĂ€chst aus der praktischen Arbeit und der Leidenschaft fĂŒrs Handwerk und muss fair bepreist sein. Slow Food hĂ€lt dafĂŒr eine grĂ¶ĂŸere NĂ€he zwischen Handwerker*innen und Verbraucher*innen fĂŒr essentiell. Dazu Nina Wolff, amtierende Vorsitzende von Slow Food Deutschland: „Je besser Verbraucher*innen den mit der Wertschöpfung verbundenen Aufwand kennen und den Genuss ‚guter‘ Grundnahrungsmittel mit den eigenen Sinnen erfahren haben, desto grĂ¶ĂŸer ist die Bereitschaft, einen angemessenen Preis zu zahlen. Damit einher geht nach unserer Erfahrung oft die Einsicht, dass weniger mehr ist – also eine grĂ¶ĂŸere WertschĂ€tzung fĂŒr QualitĂ€t. Bei Slow Food versuchen wir deshalb immer wieder die BrĂŒcke zwischen Erzeuger*in und Verbraucher*in zu schlagen. Seit der Corona-Pandemie wĂ€chst das BedĂŒrfnis vieler Menschen, wissen zu wollen, woher ihre Lebensmittel kommen. Dem wollen wir gerecht werden.“

Am diesjÀhrigen Tag des Butterbrots treffen Vertreter*innen von Slow Food Deutschland mit Verbraucher*innen und Handwerker*innen in der BÀckerei Erbel im mittelfrÀnkischen Dachsbach zusammen, um sich auszutauschen und Brote sowie Milcherzeugnisse zu verkosten.
 
 



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Mittagstisch-in-Freiburg


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